© 2019 by Margarethe Hlawa-Grundner

MUSIK

Anscheinend habe ich schon Hänschenklein gesungen, noch bevor ich sprechen konnte. Beweise dafür gibt es leider nicht. Fest steht, dass in meiner Familie das Singen und Musizieren etwas Selbstverständliches und alltäglich Normales war. Die Liebe zur Musik ist geblieben, ich singe immer noch sehr gerne und Geige und Bratsche sind für mich die Instrumente, auf denen es sich am besten singen lässt.

Mein erster Geigen-Lehrer war mein Vater Helmut Hlawa. Dank seines pädagogischen Geschicks ging das ziemlich lange gut, bis die Pubertät diese Zusammenarbeit jäh beendete. Und so begann meine Hochschul-Karriere mit 14 Jahren im Vorbereitungslehrgang bei Erika Lösch am Mozarteum in Salzburg. Mit 17 Jahren wechselte ich zu Prof. Dr. Helmut Zehetmair, bei dem ich nach der Matura bis zum 1. Konzertfachdiplom studierte. Danach folgten spannende und sehr prägende Studienjahre in Wien(eigentlich Oberschützen) bei Prof. Eszter Haffner Violine und Bratsche bei Herbert Kefer. In dieser Zeit begann auch die, für Musiker typische, Tourneetätigkeit. Reisen nach Asien, USA und durch ganz Europa, in kleinen Kammerorchester-Besetzungen aber auch sehr großen Symphonieorchestern, wie dem Gustav Mahler Jugendorchester unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Philippe Jordan und Ingo Metzmacher, haben den weiteren Weg stark beeinflusst. Mir wurden zwei Dinge klar: 1.Bestandteil von einem großen Symphonieorchester zu sein ist ab und zu wundervoll, aber nicht mein Berufswunsch und 2. hatte ich permanent Sehnsucht nach den heimatlichen Bergen und der Natur. Also ging ich zurück nach Salzburg zu Prof. Dr. Helmut Zehetmair, beendete mein Studium mit dem Master of Arts am Mozarteum und intensivierte meine Arbeit als Solistin und Kammermusikerin.

Da mein Interesse schon immer genreübergreifenden ungewöhnlichen Projekten galt, kam nach dem Studium langsam der Ausbruch aus der strengen Erziehung zu Perfektion und Spitzensport in Feinmotorik. Mein tiefstes Suchen galt und gilt von nun an meinem ganz persönlichen Weg, Musik zu leben und erlebbar zu machen.  Der erste, der meine Sinne und mein Gefühl für Musik aus einer komplett neuen Richtung erweckte, war mein Mann Niclas Grundner, als er mich aufforderte zu Improvisieren. Zu Beginn war die Hemmschwelle fast nicht zu überwinden. Inzwischen liebe ich diese Art zu Musizieren, und sie ist, neben zahlreichen klassischen und Crossover Projekten, zu einem weiteren wichtigen Standbein für mich geworden.

Nun gilt es für mich einen letzten neuen Schritt zu wagen; selbst Musik zu machen. Es gibt sie schon in mir und um mich...sie muss sich nur noch ganz aus mir heraus trauen.